UKE Hamburg

Was passiert denn nun genau in einer Therapie?

Eine Therapie verfolgt das Ziel, die Betroffenen dabei zu unterstützen, den problematischen Game-, Streaming- oder Social-Media-Gebrauch beenden zu können und ihre Lebensqualität zu verbessern. Gleichzeitig können Hintergründe für die Entstehung der Problematik erkennbar gemacht und eventuell auch verändert werden. Für eine Therapie dieses Problems sind Psychotherapeut:innen und Kliniken zu empfehlen, die sich mit der Behandlung von pathologischem Gaming/ pathologischer Social-Media- oder Streaming-Nutzung auskennen. Bei der Anmeldung zu einer Therapie sollte deshalb gefragt werden, wie viele Erfahrungen mit der Behandlung von pathologischem Medienkonsum vorliegen und ob es in der Einrichtung ein spezielles Behandlungskonzept gibt.

#Facts!

Wusstest Du, dass jede Form von professioneller Beratung und Therapie streng vertraulich ist? Dafür gibt es die sogenannte Schweigepflicht. Wird über private Dinge gesprochen, dürfen die also nicht weitererzählt werden. Nur wenn dein Leben oder die Gesundheit von anderen in akuter Gefahr ist oder bestimmte Straftaten verhindert werden können, darf die Schweigepflicht ohne dein Einverständnis gebrochen werden.

Es gibt vier therapeutische Ansätze, die wissenschaftlich belegt sind und von den Krankenkassen bezahlt werden:

Verhaltenstherapie
Analytische Psychotherapie
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Systemische Therapie (bisher nur für Erwachsene zugelassen)

Expert:innen haben eine Leitlinie dazu veröffentlicht, wie man eine Internet- bzw. Mediensucht erkennen und behandeln kann. In dieser Leitlinie wird die kognitive Verhaltenstherapie als die beste und am besten untersuchte Behandlung hervorgehoben.

#Facts!

Die Behandlung einer Mediensucht mit Medikamenten wird bei Kindern und Jugendlichen aktuell nicht empfohlen. Es sind eher die anderen psychischen Erkrankungen, wie z.B. ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) oder Depressionen, bei denen es sinnvoll sein kann, dass man eine Zeit lang ein Medikament nimmt. Davon kann dann indirekt auch die psychotherapeutische Behandlung einer Mediensucht profitieren.

Welche Bausteine kann eine Therapie haben?

Eine Verhaltenstherapie für Mediensucht setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Hier sind ein paar davon erklärt:

Kennenlernen
Verstehen
Veränderungsmotivation
Gefühle
Selbstkontrolle
Alternative Aktivitäten
Soziale Fertigkeiten
Rückfallprophylaxe
Andere psychische Erkrankungen

Familientherapie

Für die Behandlung einer Mediensucht im Kindes- und Jugendalter ist es hilfreich, Angehörige mit in die Therapie einzubeziehen. Bei vielen betroffenen Kindern und Jugendlichen gibt es zuhause viele Konflikte, die ein Grund dafür sind, dass sie sich mit Medienkonsum von unangenehmen Gefühlen oder Stress ablenken. Darum sollten in einer Therapie auch regelmäßig Termine mit den Eltern oder anderen Bezugspersonen stattfinden. Eine Familientherapie kann helfen, Konflikte zu lösen und ein besseres Verständnis füreinander zu entwickeln. Oftmals erhalten Eltern oder andere Bezugspersonen auch eigene Aufgaben und werden von den Therapeut:innen unterstützt, ihr eigenes Verhalten zu verändern. Selbstverständlich bleibt bei der Arbeit mit den Eltern oder anderen Bezugspersonen die Schweigepflicht über die eigenen privaten Informationen bestehen.

Welche Therapieformen gibt es?

Eine Therapie kann ambulant, teilstationär oder stationär erfolgen. In den nachfolgenden Abschnitten findest Du mehr Informationen zu den einzelnen Therapieformen.

Die ambulante Therapie
Die teilstationäre Therapie
Die stationäre Therapie